1. Organisatorische Konzeption

1.1 Träger der Einrichtung

Die Maison Relais (MR) ist eine Einrichtung der Gemeinde Clerf. Die Einrichtung wird vom Familienministerium und von der Gemeinde finanziert.

Träger der Maison Relais „Packatuffi“ ist die a.s.b.l. „Louklëppelcher“.

 

1.2 Zielgruppe der Einrichtung

Alle schulpflichtigen Kinder, (485 Kinder, Stand 05/17) welche die Grundschule in Reuler besuchen und in der Gemeinde Clerf wohnen, können in unserer Einrichtung betreut werden.
Ausnahme: Kinder, die in der Gemeinde Clerf wohnen, jedoch nicht die Schule in Reuler besuchen, dürfen trotzdem während der Schulferien in die Maison Relais kommen. Ebenso wie Kinder mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen.

 

1.3 Gesetzliche Grundlage

Die Maison Relais „Packatuffi“ richtet sich nach folgenden Gesetzen:

  • Règlement d‘ordre interne de la Maison Relais
  • Kollektivvertrag für die Privatangestellten des Pflege- und Sozialsektors CCT-SAS
  • Régime de Travail d’un Service (RTS)

1.4 Personalentwicklung und Mitarbeiterqualifikation

Wir legen großen Wert auf die Fortbildung und Weiterentwicklung unserer Mitarbeiterinnen. Qualifiziertes und motiviertes Personal ist eine wichtige Voraussetzung für die pädagogische Arbeit. Das überarbeitete Gesetz vom 14. November 2013 verlangt dass jede(r) Mitarbeiter/in eine gewisse Anzahl von Weiterbildungsstunden pro Jahr absolviert.

1.5  Praktikanten/innen

Wir haben im Laufe des Schuljahres Praktikanten der unterschiedlichsten Schulen – Gymnasium, Real- und Berufsschule. Alle Teammitglieder tragen dazu bei, dass die Ausbildung der Praktikanten/innen optimal gelingt. Jede/er Praktikant/in bekommt eine feste Anleitung zugeteilt.

 

1.6       Regelungen

Für die Maison Relais gilt das Prinzip einer größeren Aufnahme- und Betreuungsflexibilität. Wir stehen außerhalb der regulären Schulzeiten und in den Ferien für die Kinder zur Verfügung.

Anrecht aufgenommen zu werden, haben die Kinder der Gemeinde Clerf. Jedoch haben einige Kinder Vorrang auf einen Platz bei uns, je nachdem in welcher familiären Situation sie sich befinden.

  1. Kinder, deren Mutter/Vater alleinerziehend ist und arbeitet.
  2. Kinder, deren beide Eltern arbeitstätig sind (mit Forderung der Arbeitsbescheinigungen).
  3. Die Kinder, deren Vater/Mutter oder ein anderes Familienmitglied gesundheitlich eingeschränkt ist.
  4. Kinder, deren Familie dem Armutsrisiko ausgesetzt ist und bei der die Gefahr von sozialem Ausschluss besteht.

Ansprechpartner für die Anmeldung ist die Leitung der Maison Relais. Die Anmeldung erfolgt schriftlich anhand des Aufnahmeantrages und im Verlauf eines Gesprächs mit der Leitung.

 

1.7       Krankheit

Während der Zeit, wo das Kind eine ansteckende Erkrankung hat, können wir es nicht in der Einrichtung aufnehmen. Es könnte nicht nur die anderen Kinder und das Personal anstecken, sondern es ist während einer Infektionskrankheit abwehrgeschwächt und könnte sich auch noch eine Folgeerkrankung zuziehen.

Muss ein Kind zu Hause bleiben oder sogar im Krankenhaus behandelt werden, muss die Leitung der Maison Relais sofort benachrichtigt werden. Die Eltern müssen ein ärztliches Attest in der Maison Relais abgeben damit die Einschreibungszeiten nicht in Rechnung gestellt werden.

2. Pädagogische Konzeption

2.1 Pädagogischer Ansatz

„Das Leben anzuregen – und es sich dann frei entwickeln zu lassen
– hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers.“
Dr. Maria MONTESSORI

Offen heißt, dass die Kinder und Jugendlichen die Angebote unverbindlich nutzen können. Es bleibt ihre Entscheidung, wohin sie gehen möchten und wie lange sie bleiben. Das Angebot für Kinder ist mit dieser Arbeitsweise sehr bunt und vielfältig. Im Mittelpunkt steht der sogenannte „offene Betrieb“. Das bedeutet: Kinder können in die verschiedene Räume kommen und gehen, wann sie wollen und sie können tun und lassen, was sie wollen, solange sie niemand anderen stören und die Regeln einhalten. Sie können, je nachdem in welchem Themenraum sie sind, den Kicker, Billardtisch oder die Tischtennisplatte nutzen, Brettspiele oder Theater spielen, tanzen, sich kreativ betätigen, bauen oder in Rollenspiele abtauchen. Daneben gibt es eine Fülle an organisierten Angeboten: Turniere, Workshops, Mädchen- oder Jungengruppen, Klettern, Airtramp bis hin zur Hausaufgabenhilfe (nicht zu verwechseln mit Nachhilfeunterricht).

Offene Arbeit begleitet und fördert Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in die erwachsene Selbstständigkeit und Mündigkeit und integriert sie in gesellschaftliche Prozesse. Der niederschwellige Zugang zu ihren Angeboten und ihre spezifischen Arbeitsprinzipien begünstigen den Erwerb von Bildungsinhalten, die für alltägliche Handlungs- und Sozialkompetenzen wichtig sind. Insbesondere für bildungs- und sozial benachteiligte junge Menschen leistet Offene Kinder- und Jugendarbeit einen Beitrag zur Inklusion und Partizipation.

Es geht hierbei nicht darum, dass Kinder regellos aufwachsen sollen. Bei der Beteiligung von Kindern geht es um etwas ganz anderes; nämlich darum, dass wir ihnen die Möglichkeit geben, praktisches Leben zu üben, ihnen (schrittweise) Verantwortung zu geben und sie so zu verantwortungsbewussten Erwachsenen werden zu lassen. Deshalb integrieren sich Regeln automatisch im Alltag und Kinder erfahren durch das Miteinander und Zusammenleben mit den Erziehern automatisch eine gesunde Haltung zu Grenzen und damit auch zu Werten.

Wie bereits oben erwähnt, bedeutet offen arbeiten nicht, dass es keine Regeln gibt. Wir haben 4 Regeln, welche die Kinder im Alltag anwenden und nutzen.

  1. STOPP!

Ich höre sofort auf etwas zu tun

Ich reagiere jetzt

Ich darf auch STOPP sagen

  1. RESPEKT

Ich lache niemanden aus

Ich beleidige niemanden

Ich tue niemandem weh

  1. ICH HÖRE ZU

Ich höre zu wenn ein anderer spricht

Ich unterbreche niemanden und mache keine dummen Kommentare

Ich schaue den anderen an

  1. ICH

Ich rede von mir und beginne den Satz mit „ich“

Ich finde es blöd dass…, ich will dass du…, ich möchte dass du…,

Ich wünsche mir dass…, ich finde es toll dass…

Diese 4 Regeln gelten übrigens auch in der Schule, so dass die Kinder sich nicht mit zwei verschiedenen Regelwerken auseinandersetzen müssen.

Zu viele Regeln sind kontraproduktiv, da sich weder Erzieher noch Kinder daran erinnern und sie einhalten können. Wir arbeiten hier nach dem Prinzip „eine klare Linie mit Herz“. Verstehen, aber nicht einverstanden sein! – Diese pädagogische Grundhaltung etabliert sich zusehends in der pädagogischen Arbeit, angesichts von Kindern und Jugendlichen, die den Führungsanspruch von Erziehenden durch ihr herausforderndes Verhalten mehr und mehr auf die Probe stellen.

Weitere Punkte, die unsere Arbeitsmethoden kennzeichnen, sind:

  • Themenräume: Jedem Raum ist ein bestimmtes Thema zugeteilt, welches es den Kindern ermöglicht sich zeitweise für bestimmte Aktivitäten zu entscheiden. Die Räume heißen beispielsweise Casino, Villa Kunterbunt oder Hollywood. Der Hauptgrund für die Entscheidung mit Themen zu arbeiten ist, dass das Kind sich seinen momentanen Bedürfnissen nach beschäftigen und mit seinen Freunden zusammen sein kann, auch wenn diese nicht das gleiche Alter haben. Wenn ein Kind nicht mehr im Raum spielen möchte muss es aufräumen, bevor es in einen anderen Raum geht. Die Anzahl der Kinder im Raum ist abhängig von der Klientel und der Anzahl der Erzieher. An einer eigens dafür hergerichteten Tafel, müssen die Kinder sich mit Hilfe ihres Fotos eintragen.
  • Sommer-Ausflüge: In den Sommerferien profitieren wir von der Zeit auch einmal größere Ausflüge mit den Kindern zu machen. Es ist die Gelegenheit den Maison-Relais Alltag zu unterbrechen und einfach einmal „rauszukommen“. Viele Kinder verbringen eben auch während der Ferien sehr viel Zeit bei uns und da es ihre freie Zeit ist, möchten wir diese auch so interessant wie möglich für sie gestalten. Als Beispiel einige Ausflüge, die schon einmal gemacht wurden: Zoo-Besuch, Fahrradtour, Phantasialand, Waldausflug.

Neben luxemburgischen Kindern sind in unserer Maison Relais viele weitere Nationalitäten vertreten. Jeder ist willkommen! In unserem Haus kommen also Kinder aus vielen verschiedenen Ländern der Welt. Sie haben unterschiedliche Religionen und sprechen verschiedene Sprachen. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder in der Maison Relais so zu erziehen, dass alle miteinander klar kommen und dass sie dieses Miteinander von verschiedenen Kulturen und Sprachen als selbstverständlich erleben. Dabei entwickeln sie ein Interesse für die Traditionen anderer Kulturen, das Erlernen neuer Sprachen und vieles mehr. Seit Januar 2017 sind auch die ersten Flüchtlingskinder bei uns angekommen. Sie bei uns zu integrieren, liegt uns sehr am Herzen.

Täglich sind wir mit der Tatsache der Mehrsprachigkeit konfrontiert. Genau wie wir, sollen auch die Kinder eine positive Einstellung dazu bekommen. Doch auch wenn wir die verschiedenen Sprachen akzeptieren, ist die Förderung der luxemburgischen Sprache uns genauso wichtig. So sprechen alle Erzieher mit den Kindern luxemburgisch. Im Freispiel ist es in Ordnung, wenn zwei Kinder sich in ihrer Muttersprache unterhalten. Kommt jedoch ein drittes Kind hinzu, das diese Sprache nicht beherrscht, sollen sie luxemburgisch sprechen. In der großen Gruppe, also bei Gruppenaktivitäten oder beim Mittagessen wird sich ohnehin auf luxemburgisch unterhalten, damit alle Kinder alles verstehen können. Und für die Kinder, die auch das Luxemburgische nicht gut verstehen/sprechen, ist dies die beste Übung. Denn eine Sprache erlernt man bekanntlich am besten dadurch, dass man sie einfach spricht – auch mit Fehlern, denn aus diesen lernt man am meisten.

2.2 Weitere Methoden der pädagogischen Arbeit

In dem Fall, dass ein Kind abwesend ist, wird bei Klassenkameraden und/oder Geschwistern nachgefragt, ob das betreffende Kind überhaupt in der Schule war. Wenn möglich, wird im Bus nachgeschaut, in dem das Kind üblicherweise sitzt. Sollte das Kind trotz dessen nicht zur Maison Relais gekommen sein, werden die Erziehungsberechtigten sofort telefonisch kontaktiert. Sie sollen sich anschließend bei der Maison Relais melden, sobald das Kind in ihrer Obhut ist. Beim Anruf halten wir folgenden Ablauf ein:

  1. Handy Mutter
  2. Handy Vater
  3. Arbeit Mutter
  4. Arbeit Vater
  5. Festnetz
  6. Erste „tierce personne“
  7. Polizei

Da die Kinder des Cycle 1 sich noch nicht immer gut merken können, an welchen Tagen sie zur Maison Relais kommen müssen, und um Abwesenheiten möglichst zu verhindern, bringt ein Erzieher dem Lehrpersonal noch vor Unterrichtsende eine Liste mit den angemeldeten Kindern. Diese Kinder bekommen daraufhin vom Lehrpersonal einen Badge, der ihnen zeigt, dass sie heute in die Maison Relais kommen müssen. Die Kinder werden dann in einem Klassenraum zusammengebracht bevor sie anschließend gemeinsam mit einem der Erzieher in die Maison Relais gehen.

2.2.2.1     Mittagessen

Das Mittagsmenü hängt immer für zwei komplette Wochen an der Pinnwand der Maison Relais aus, oder kann auf unserer Internetseite aufgerufen werden, so dass man im Voraus wissen kann, was es zu essen gibt.
Es wird darauf geachtet, dass die Mahlzeiten abwechslungsreich sind und bei der Zubereitung achtet man darauf, Produkte aus der Region zu nutzen. Die Küche achtet zudem darauf, dass die verschiedenen Kulturen/Religionen berücksichtigt werden. Zum Beispiel für diejenigen, die aufgrund ihrer Religion kein Schweinefleisch essen. Diese Kinder bekommen dann ersatzweise etwas anderes zu essen. Das gleiche gilt für Kinder mit Allergien und Intoleranzen.

Am Buffet gibt es jeden Tag die Möglichkeit eine kalte Vorspeise in Form von verschiedenen Salaten, einen warmen Hauptgang und ein Dessert zu essen. Zur Auswahl stehen auch immer verschiedene Obstsorten bereits kleingeschnitten. 2 – 3 mal wöchentlich wird zudem auch noch Suppe angeboten. Am Buffet bedienen die Kinder sich selbst. Es wird jedoch darauf geachtet, dass sie sich vielfältig ernähren. Nachdem sie fertig gegessen haben, müssen die Kinder ihren Platz räumen. Sie putzen ihn ab und decken für das nächste Kind neu ein.

2.2.2.2    Zwischenmahlzeit

Obst und alle anderen Zwischenmahlzeiten werden nachmittags angeboten. Es gibt jeden Tag abwechselnd etwas anderes: Kelloggs, Butterbrote, Cracotten oder Joghurt mit Müsli. Das Frühstück in den Ferien wird ab circa 09:00 Uhr und die Zwischenmahlzeit ab circa 16:00 angeboten. Das Obst wird immer schon vorher angeboten. Wasser zum Trinken ist in unserer pädagogischen Küche für die Kinder zu jeder Zeit zugänglich.

Um den Kindern den Übergang von der Crèche zur Maison Relais zu erleichtern, gibt es im Vorfeld bereits mehrere Kontakte:

  • Die Erzieher der Crèche und die Erzieher des Cycle 1 der Maison Relais treffen sich vor dem neuen Schuljahr einmal um sich über die Kinder auszutauschen, die im folgenden Schuljahr den Übergang machen werden. Außerdem verbringen Sie einen Nachmittag zusammen. So lernen sie sich untereinander, aber auch den Tagesablauf in der Maison Relais besser kennen.
  • Zudem verbringen die Crèche Kinder jeden Mittag beim Essen bereits die Zeit gemeinsam mit uns im Restaurant. Auf diese Weise kennen uns die Kleinen schon zumindest vom Sehen her.
  • Um den Übergang so sanft wie möglich für unsere Kleinsten zu gestalten, haben sie die Möglichkeit ab der ersten Septemberwoche bereits bei uns eingeschrieben zu werden. So können wir sie langsam – und vor Schulbeginn – an die vielen Neuerungen ranführen.
  • Alle Kindergartenkinder, die im darauffolgenden Schuljahr die erste Klasse besuchen, werden während einer Mittagspause von den Erziehern über den Schulhof der Grundschule rundgeführt. Das heißt sie bekommen gezeigt, wo der Sammelplatz des Cycle 2 ist und ihre neuen Erzieher werden ihnen vorgestellt.
  • Beim Cycle 4 versuchen wir ebenfalls den Übergang ins Gymnasium so leicht wie möglich zu gestalten, indem wir eng mit dem lokalen Jugendhaus zusammen arbeiten und bereits während der Grundschule einige Schnuppertage dort zusammen mit ihnen verbringen.

2.3 Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung

In unserer Maison Relais gibt es verschiedene Formen der Beobachtung der kindlichen Entwicklung und deren Dokumentation. Diese werden im nachfolgenden Teil kurz beschrieben.

Kommt ein Kind neu in die Maison Relais wird eine Akte angelegt mit Name und Foto des Kindes. In der Akte findet man alle möglichen Angaben bezüglich des Kindes.

Die Erzieher nutzen die Akte außerdem um besondere Situationen, Beobachtungen und Entwicklungen bezüglich des Kindes festzuhalten. Diese können bei den Elterngesprächen als Informationsquelle dienen und sind eine Gedankenstütze für die Erzieher um konkrete Situationen mit dem Kind zu beschreiben. Die Ergebnisse der Elterngespräche werden ebenfalls in dieser Akte gelegt. Die Akten sind für alle Erzieher zugänglich.

2.3 Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist die Voraussetzung für unsere Arbeit. Ohne die Eltern, die uns ihre Kinder anvertrauen, würde unsere erzieherische und pädagogische Arbeit hier nicht gebraucht. Allein schon aus diesem Grund, ist es uns wichtig, dann auch zu diesen Eltern ein offenes, vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen, was nur durch regelmäßig guten Kontakt möglich ist. Vor allen Dingen möchten wir mit den Eltern in Kontakt stehen, um uns mit ihnen über ihr(e) Kind(er) auszutauschen, und so versuchen in punkto Erziehung an einem gemeinsamen Strang zu ziehen. Wie die Elternpartnerschaft konkret aussieht wird in den folgenden Punkten kurz erläutert.

  • Aufnahme- und Anmeldegespräche: Der erste Kontakt mit den Eltern findet statt bei dem ersten Gespräch, dem Anmeldegespräch. Die Eltern legen meist telefonisch einen Termin mit der Erziehungsleiterin fest um ihr Kind in der Maison Relais einzuschreiben. Nach dem Gespräch wird mit den Eltern ein Rundgang durch die Räumlichkeiten der Maison Relais gemacht.
  • Tür- und Angelgespräche: Diese „Zwischendurch-Gespräche“ sind ein kurzes aber sehr wichtiges Mittel um Informationen mitzuteilen. Beim Abholen und Bringen des Kindes findet ein kurzer Infoaustausch statt, wenn etwas Spezielles am diesem Tag geplant oder geschehen ist (Beispiel: das Kind wird von einer anderen Person abgeholt oder das Kind hat sich beim Spielen verletzt).
  • Elterngespräche: Die Eltern sollen wissen, dass wir für ein Gespräch jederzeit, spontan oder auf Termin, zur Verfügung stehen. Damit klar ist an welchen Erzieher sie sich melden sollen, gibt es für jedes Kind einen verantwortlichen Erzieher. Zu Beginn des Schuljahres teilen wir den Eltern schriftlich mit, welche Bezugserzieher für ihr Kind im kommenden Schuljahr zuständig ist. Dieser Erzieher kann andersherum auch die Initiative ergreifen und die Eltern zu einem Gespräch einladen. In einem Elterngespräch wird sich über Entwicklung und Verhalten des Kindes ausgetauscht. Gleichzeitig haben die Eltern die Möglichkeit eventuelle Fragen zu äußern. Durch den persönlichen Kontakt wird ein Vertrauen auf beiden Seiten aufgebaut und die gemeinsame Verantwortung für das Kind wird spürbar. Wir versuchen alle Eltern mindestens einmal im Jahr zu einem Gespräch einzuladen.
  • Informationsvermittlung: Allgemeine Informationen werden in der Regel an die Eltern aller Kinder verteilt. Für die Eltern, die ihre Kinder persönlich zu uns bringen oder abholen, hängen als Gedankenstütze und Erinnerung die gleichen Informationen noch einmal an der Pinnwand in der Elternecke oder dem Infostand.
  • Feste und Aktionen: Bei Festen und Aktionen der Maison Relais, zu denen Eltern, Kinder und Mitarbeiter des Hauses zusammenkommen, lernt man sich besser kennen und kommt sich näher. Auch hier stehen die Erzieher immer wieder für ein spontanes kurzes Gespräch zur Verfügung. Bei einzelnen Veranstaltungen ist eine direkte Mitarbeit der Eltern bei den Vorbereitungen oder im Moment selbst auch möglich.

3. Unsere Konzeption – Letzter Teil

3.1 Qualitätssicherung und –entwicklung und deren Maßnahmen

Die folgenden Punkte tragen dazu bei, die Qualität der Maison Relais und ihre erzieherische Arbeit aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln.

Im 2-Wochenrhythmus findet, ausgenommen von der Ferienzeit der Kinder, eine 2-stündige Teamversammlung statt.

Jeden Montag setzen sich alle während einer Stunde in einer „SOS-Kinder-Versammlung“ zusammen. Hier haben wir die Möglichkeit, spezifisch auf einzelne Kinder im Detail einzugehen. Jeder kann im Vorfeld ein Kind für diese „Sprechstunde“ anmelden. Je nach Dringlichkeit wird dann entschieden, welcher Fall besprochen wird.

In der Infomappe landen alle Informationen, die sehr wichtig sind und von denen erwartet wird, dass alle Teammitglieder sie kennen. Dies wird durch eine Unterschrift und das Datum bestätigt.

Der regelmäßige, spontane Informationsaustausch zwischen den Erziehern ist sehr wichtig. Besonders für die Arbeit mit den Kindern, da jeder Erzieher mit jedem Kind in Kontakt kommen kann. Dieser Austausch kann ganz einfach mündlich geschehen oder aber schriftlich, indem der Erzieher es im Logbuch notiert. Da jedes Kind einem bestimmten Erzieher zugeteilt ist, ist es wichtig, diesem alle besonderen Vorkommnisse des Kindes weiterzuleiten. So behält der Erzieher den Überblick über Entwicklung und Verhalten des Kindes, was unter anderem bei Elterngesprächen wichtig ist.

3.2 Kinderschutz

Wenn wir mit Fotos der Kinder arbeiten, greifen wir in die Privatsphäre der Kinder ein. Um den Umgang mit diesen Fotos zu regeln, wird beim Anmeldegespräch von den Eltern festgehalten, ob diese für unsere Zwecke genutzt werden dürfen (zum Beispiel für die Fotowand oder die Veröffentlichung von Fotos auf der Internetseite).

Alle privaten Informationen, die Eltern uns über das Kind oder über sich geben, werden diskret behandelt und in keinem Fall an andere Personen außerhalb des Hauses weitergeleitet. Das gilt auch für die Informationen, die vom Kind selbst kommen.

Jeder Erzieher ist mit seiner Unterschrift unter dem Vertrag an das Berufsgeheimnis gebunden und macht sich strafbar, wenn er dieses verletzt.

Ebenso ist es wichtig, dass die Leitung Kontakte zu sämtlichen externen Spezialisten und Diensten aufrecht erhält, so zum Beispiel Polizei, SCAS (Service Central d‘Assistance Sociale), SCAP (Service de Consultation et d’Aide pour troubles de l’Attention, de la Perception et du développement Psychomoteur), INCLUSO (Centre de Ressources pédagogiques et formatives en matière d’inclusion), RESONORD (Reginale Sozialzenter Norden), Ligue Médico-Sociale,…

Das vorliegende pädagogische Konzept ist eine Kurzfassung. Die komplette Version des pädagogischen Konzepts ist jederzeit in der Maison Relais einsehbar.